I. Indikationen und Kontraindikationen
1. Indikationen:
- Frakturen des mittleren oder distalen Femurschafts (transversal, kurz schräg oder spiralig).
- Segmentale oder pathologische Frakturen.
- Offene Frakturen (Gustilo-Typ I-II).
- Pseudarthrose oder Fehlverheilung.

2. Kontraindikationen:
- Schwere Osteoporose oder enger Markkanal (mit Vorsicht anwenden).
- Proximale Frakturen im Bereich der Intertrochanterregion (PFNA in Betracht ziehen).
- Aktive Infektion oder schwere Kontamination (stufengerechtes Vorgehen erforderlich).
II. Präoperative Vorbereitung
1. Bildgebende Diagnostik:
- Präoperative AP/Seiten-Aufnahmen; ggf. CT-3D-Rekonstruktion.
- Beurteilung der Weichteilintegrität (MRT/Ultraschall zur Ausschlussdiagnose okkulte Verletzungen).
2. Ausrüstung:
- Marknagelsystem (Größe entsprechend Markkanal), C-Bogen, Zugtisch, Reamer, Verriegelungsschrauben.

3. Anästhesie und Lagerung:
- Allgemein- oder Spinalanästhesie; Patient liegt in Rückenlage auf einem Zugtisch, das betroffene Bein leicht adduziert, das kontralaterale Bein in lithotomischer Position oder abduziert.
- Positionierung des C-Bogens auf der unversehrten Seite für intraoperative AP/Seiten-Durchleuchtung.
III. Operative Schritte
1. Geschlossene Reposition:
- Z traction anlegen, um die Gliedmaßenlänge wiederherzustellen, Rotation/Winkelabweichung korrigieren (ergänzt durch manuelle Reposition oder Joystick-Technik).
- Bestätigen Sie die Ausrichtung unter Durchleuchtung (anteroposteriore und seitliche Ansicht).
2. Zugang und Einstellpunkt:
- Proximaler Zugang: Spitze des großen Trochanters oder Fossa piriformis (abhängig vom Frakturmuster).
- Führen Sie den Führungsdraht nach Hautschnitt in das Markkanal ein; bestätigen Sie die Position mittels Durchleuchtung.

3. Aufbohren und Nagelimplantation:
- Schrittweises Aufbohren (in 0,5–1 mm-Schritten), um eine thermische Nekrose zu vermeiden.
- Wählen Sie den geeigneten Nageldurchmesser/Länge; setzen Sie den Nagel sanft ein, ohne grobe Manipulation.
4. Verriegelungsschraubenfixation:
- Distanale Verriegelung: Verwenden Sie eine Zielvorrichtung oder die freihändige Technik ("perfekter Kreis"-Methode). - Proximale Verriegelung: Setzen Sie die Schrauben über die Führungsvorrichtung ein; gewährleisten Sie die Rotationsstabilität.
5. Wundverschluss:
- Bewässern und Schichten schließen; ggf. Drainageplatzierung in Betracht ziehen.
IV. Wichtige technische Punkte
1. Reduktion priorisieren:
- Mini-open-Unterstützung (z. B. Knochenhaken oder Klammer) verwenden, falls die geschlossene Reduktion fehlschlägt.
- Rotationsausrichtung überprüfen (Vergleich mit kontralateraler Femuranteversion).
2. Genaue Einstichstelle:
- Ansatz über Fossa piriformis: Mediale Abweichung vermeiden (Gefahr einer Schädigung des Femurhalses); der Einstieg am Großtrochanter ist häufiger.
3. Thermische Nekrose verhindern:
- Kontinuierliche Spülung während des Aufbohrens; Überbohrung vermeiden (1–1,5 mm größer als das Markkanalmaß).
4. Sicherstellung der Genauigkeit der Verriegelungsschrauben:
- Bestätigen Sie fluoroskopisch den Schraubenverlauf durch die Nagellöcher; vermeiden Sie Verletzungen von Nerven und Gefäßen.
V. Postoperatives Management
- Frühmobilisation: Beginnen Sie mit Fußpumpübungen und Kniebeugung/-streckung innerhalb von 24–48 Stunden.
- Belastungsprotokoll: Steigern Sie die Belastung von teilweiser (2–4 Wochen) auf volle Gewichtsbelastung, abhängig von der Stabilität der Fraktur.
- Komplikationsprophylaxe:
- Antikoagulation zur Thromboseprophylaxe.
- Überwachung auf Infektionen (insbesondere bei offenen Frakturen).
VI. Häufige Komplikationen
1. Pseudarthrose: Fehlreduktion oder beeinträchtigte Durchblutung.
2. Rotatorische Fehlstellung: Unterlassene Vergleichung mit der kontralateralen Femuranteversion.
3. Implantatversagen: Osteoporose oder vorzeitige Belastung, die eine Lockerung der Schrauben verursacht. 4. Iatrogene Fraktur: Aggressives Aufbohren oder gewaltsame Nagelinsertion.
Zusammenfassung
Eine erfolgreiche femorale Marknagelung setzt eine präzise Reposition, eine geeignete Wahl des Eintrittspunkts, kontrolliertes Aufbohren und eine stabile Verriegelungsfixierung voraus. Die intraoperative Durchleuchtung ist unerlässlich, und eine frühzeitige postoperative Rehabilitation minimiert Komplikationen.
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